Praxis für Psychologische Beratung
Samuel Althof
Froburgstrasse 21

4052 Basel



Home
Telefon: 061 061 311 01 41 Mobile: 078 619 33 33   


Manifest für den freien Mann

Verfaßt 1977 (zweiter Teil: 1983) von Volker Elis Pilgrim

"Der Mann ist unfrei, abhängig, unselbständig. Das zu erkennen, verlangt eine neue Denkweise. Die Unfreiheit des Mannes äußert sich zweifach. Der Mann ist innerlich (psychisch) und äußerlich (gesellschaftlich) unfrei. Die Unfreiheit verdeutlicht sich in Zwangverhaltensweisen, in einer ununterbrochenen Wiederkehr von Handlungen und Unterlassungen, in unabänderlichen geistigen Haltungen, in der Erstarrung eines Selbstbildes."

"Das Patriarchat hat auch den Mann kaputtgemacht, indem es seine Sexualität in die Technologie einverlangte. Das Glied des Mannes erigiert zu Mondraketen und anderen hochtrabenden Leistungen der Technik. Ich will diese Transponierung meiner Sexualität in eine böse gewordene Zivilsation rückgängig machen."

"Alleinsein kann der Mann nur nach oder mit der beleuchtenden Konzentration auf seine Person, wobei ihm andere Menschen helfen oder geholfen haben müssen. Alleinsein ist keine Tugend und keine Verzweiflung. Es ist selbst Ausdruck für ein Stadium intensiver Beschäftigung mit der eigenen Person. Der Mann, der es nie erfahren hat, ist in seiner Freiheit beschnitten."

"Jede Gesellschaft gibt besondere Richtlinien, wie Männlichkeit definiert wird. Trotz geringfügiger Unterschiede zwischen den Nationen und Generationen lassen sich in den Breitengraden der privat-, monopol- und staatskapitalistischen Patriarchate allgemeine Merkmale der Männlichkeit zusammenfassen:
stark, hart, strukturiert, konzentriert, willensbetont, planend, zielgerichtet, selbstbewußt, exakt, scharf, fest, vernunftgesteuert, folgerichtig, unnachgiebig, tat- und geiststrategisch, bestimmend, aus sie selbst heraus handelnd, rücksichtslos."

"Für die Frau ist es zu verletzend, in einer Männerwelt zu leben, in der sie nichts von ihren Eigenheiten wiederfindet, in der sie sich nur nach Männermaßstäben verwirklichen muß. Da soll ihr der einzelne Mann helfen, die Maßstäbe zu verwirklichen. Und heute soll er ihr mehr helfen, als selbst ihnen nachzuleben."

"Der Mann begehrt Frauen nur nach unten. Geil machte mich immer ein Punkt der Schwäche, auf jeden Fall die schwache Frau, die hilflose, nicht reden könnende Frau, auch noch die stark werdende, aber nicht mehr die starke Frau. Das hat aber nichts mit Liebe, sondern mit patriarchalischem Geschlechterverhältnis zu tun. Denn mit dem Mann erlebte ich es umgekehrt. Mich erhob sein Starksein und entkräftete sein Schwachwerden. Wesentliche Zutat für die Anziehung von Mann zu Mann war unsere gesellschaftliche Ebenbürtigkeit."