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Praxis für Psychologische Beratung
Samuel Althof
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Wo sind die Grenzen? Zur aktuellen Situation der rechtsextremistischen Szene in der Region.
Vortrag zur Podiumsdiskussion im Jüdischen Museum Hohenems am 06.04.2003


Liebe Anwesende

Ich danke Herrn Johannes Inama für die Einladung nach Hohenems kommen zu dürfen und für die Möglichkeit Ihnen eine Möglichkeit der Extremismusprävention erläutern zu können.

Ich möchte mein Referat mit folgendem Satz beginnen:
Damit Rechtsextremismusprävention effektiv sein kann muss dieser POLITISCH delegitimiert werden.

Es ist mein Anliegen, heute Abend einen Vorgang vor zu stellen, der seit einigen Jahren, mehr oder weniger evident, einer Diagnose unterliegt, die ich heute Abend mit Ihnen gerne überdenken möchte:

Uns ist aufgefallen, dass in der Öffentlichkeit das Denken und Handeln jugendlicher Neonazis oft als politisch motiviert interpretiert und verstanden wird. Stimmt diese Diagnose wirklich? – oder handelt es sich beim Phänomen des jugendlichen Rechtsradikalismus in der Schweiz um einen anderen Vorgang?

Unsere Erfahrungen während der letzten 5 Jahre im Umgang mit jugendlichen Neonazis - mit Betonung auf jugendlichen - 15 bis 25 jährigen - zeigt, dass die in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit diskutierte Diagnose - jugendliche Neonazis seien NUR politisch motiviert- oftmals nicht zutrifft.
Wir übersehen hierbei keinesfalls, dass jugendliche Neonazis zum Rekrutierungsfeld politisch ambitionierter Organisationen und Parteien mit neonazistischem und faschistoidem Gedankengut gehören. Solche Organisationen müssen juristisch und politisch bekämpft werden.

Wir sind aber der Ansicht, dass es sich beim Jugendextremismus auch um psychosoziale Symptome handelt, deren Wurzeln zu grossen Teilen in mangelnder Autonomie, Schmerzverleugnung und in einer damit verbundenen Selbstentfremdung der Persönlichkeit zu suchen sind.
Die Jugendlichen teilen uns mit ihren Signalen aber auch ihre realen, täglichen Alltagssorgen mit: z.B. Gewalt auf dem Pausenhof, Integrationskonflikte mit den in die Schweiz zugezogenen Menschen u.ä.

Die Provokationen der Jugendlichen an die Welt der Erwachsenen - aber auch jene an die Welt anderer Jugendlicher - sind unbeholfene, sogenannt "pervertierte" Versuche der Kontaktaufnahme.

Seit Jahren haben wir es nämlich vorwiegend mit Jugendlichen zu tun, die mit radikalen und auch gewaltsamen Provokationen im Internet, auf der Strasse, in der Schule usw. appelative und andere Signale in die Welt der Erwachsenen senden.
Die Jugendlichen wollen von uns gehört, verstanden und ernst genommen werden.

Eine jugendliche Aussteigern aus der Neonazi-Szene sagte neulich zu mir, als ich mich mit ihr nach kurzem SMS-Austausch in einem Restaurant zu einem Gespräch traf: "Wie extrem müssen wir noch werden, damit ihr uns versteht?"

Diese, z.T. gewalttätigen Provokationen zu verstehen, ist für uns alle nicht leicht. Sie sind eine grosse Herausforderung an uns selbst, denn sie erreichen uns in erster Linie über unsere historisch bedingten Ängste; - d.h. über unvollständig verarbeitete oder gar verdrängte Folgen des Zweiten Weltkrieges.

Dieser Umstand ist ein nicht zu unterschätzender Teil und, wie ich meine, z.T. auch Mit-Ursache des Symptoms des jugendlichen Rechtsradikalismus, denn wir identifizieren die Jugendlichen mit historischen Nazi-Bildern, vor welchen wir uns selbst fürchten.
Gelingt es uns, durch mutige und kritische Selbstwahrnehmung, unsere Ängste und Doppelbilder zu verstehen und dafür die Verantwortung zu übernehmen, schaffen wir die Grundlage, um den Appell der jugendlichen Neonazis verstehen zu können.

Wir sind der Meinung, dass nur so geeignete Präventions- und Therapiemittel entwickelt werden können. Aus dieser Position heraus vertreten wir folgende These:
Werden psychosoziale Symptome nicht mit psychosozialen Mitteln angegangen, sondern, wie tendenziell schon oft gefordert, politisch bekämpft, erreichen wir in erster Linie die Politisierung der Szene und somit eine schwer kontrollierbare Verschärfung der Lage. Die selbe Position vertreten wir übrigens beim Konterpart, dem radikalen Linksextremismus.

Um Missverständnisse zu vermeiden wiederhole ich an dieser Stelle noch einmal:
Wir übersehen keinesfalls, dass jugendliche Neonazis zum Rekrutierungsfeld politisch ambitionierter Organisationen und Parteien mit neonazistischem und faschistoidem Gedankengut gehören. Solche Organisationen aber auch jugendliche programmatische Rechtsextreme müssen juristisch und politisch bekämpft werden.

Programmatische rechtsextreme Jugendliche übernehmen im Gegensatz zu den symptomatischen rechtsextremen Jugendlichen politische Verantwortung und senden weniger oder keine appelativen Signale an ihre Umwelt.

Bei diesen extremistischen Jugendlichen genügt die akzeptierende Grundhaltung nicht. Die historischen, politischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge müssen in Bezug auf Vergangenheit und Gegenwart verstanden und berücksichtigt werden. Eine Kombination von Repression und Angebot zum Dialog ist hier erforderlich.

Fazit:
- Die frühzeitige Erkennung des jugendlichen Extremismus ist für die Prävention sehr entscheidend. Das Ziel ist mit den Jugendlichen in Kontakt zu kommen bevor diese programmatisch und extremistisch werden.
- Sozialpädagogische Massnahmen können nur im gesellschaftspolitischen Prozess des Umdenkens erfolgsversprechend sein.
- Gesellschaftspolitische Unterstützungsleistungen für rechtsextreme Organisationen müssen weg fallen: Rechtsextremismus MUSS politisch delegitimiert werden.
- Die aktive Vernetzung aller an der Prävention beteiligten ist notwendig, dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit der Polizei deren repressive Mittel als gleichwertiges Präventionsmittel verstanden werden muss.


Das ISW eine Art „Internet-Gassenarbeit“ angewendet in der Schweiz

Internetseiten mit rechtsradikalen Inhalten werden von uns systematisch beobachtet und auf formale, technische und inhaltliche Unsicherheiten bezüglich der politischen und gesellschaftlichen Selbstdarstellung hin geprüft. Indizien solcher Art versteht das ISW u. a. als Appell und Aufforderung von Jugendlichen auf ihre extrem provokativen (-> symbolisierenden) Aussagen argumentativ einzugehen.

ISW will nicht erziehen. ISW nimmt die verletzenden Aussagen der jugendlichen Webmaster ernst, fragt die Autoren/innen nach den Motiven ihrer verachtenden Aussagen und erachtet diese grundsätzlich als diskussionswürdig.

Webmaster, die gegen geltendes Recht verstossen, werden den zuständigen Behörden gemeldet. Schon die, dem Alter angemessene, Strafuntersuchung übt auf die (möglicherweise) straffällig gewordenen jugendlichen Neonazis einen Druck aus, den das ISW sich zu Nutze macht, um eine erste Kommunikation mit ihnen aufzubauen, mit dem Ziel die jugendlichen Neonazis zu einem Ausstieg aus der Szene zu motivieren.

Diese auf den ersten Blick zwiespältig scheinende Situation (Anzeige/Kommunikation) wird bewusst für diese Anfangsphase eingesetzt und eignet sich im Übrigen nicht als Ausgangspunkt für ein langfristiges therapeutisches Vertrauensverhältnis. Daher handelt es sich beim Internet-Streetworking um eine erste Kontaktaufnahme, deren Ziel es ist, nach Möglichkeit und Bedarf die Jugendlichen zu einem selbstkritischen Denken und Handeln zu animieren und in einem weiteren Schritt, sie (und auch ihre Eltern) baldmöglichst an die entsprechenden sozial-therapeutischen Stellen und Institutionen weiter zu vermitteln.

Auf Grund unserer Erfahrungen mit verschiedenen Neonazis muss dringend unterschieden werden einerseits zwischen dem Vernetzungsgrad programmatisch, rassistischer Neonazis und andrerseits zwischen Jugendlichen, die sich zwar auch mittels neonazistischer Bilder und Symbole Gegenidentitäten schaffen, allerdings nur über das Internet vernetzt erscheinen. Die gesellschaftliche Gefährdung und die Selbstgefährdung, die von beiden Gruppen ausgeht, ist bei beiden hoch. Eine grundsätzlich andere Herangehensweise an die jeweilige Problematik scheint uns jedoch erforderlich. Die Unterscheidung zwischen dem oben beschriebenen verschieden motivierten Auftreten von Neonazis muss in der Grundlagenforschung stärker berücksichtigt werden.

Ein weiteres Anwachsen der Neonazi-Szene kann nur dann langfristig erfolgreich verhindert werden und sich aus der meist reaktiven Symptombehandlung weiter entwickeln, wenn ein gesellschaftliches Bewusstsein darüber entsteht, dass ein Verdrängen, Verleugnen und oft sublimes Fortsetzen von NS-Gedankengut besteht und beendet werden muss.


Wie funktioniert das Internet-StreetWorking

Das Internet-StreetWorking ist ein Projekt im Bereich der Kurzzeit-Intervention:Es wird eklektisch vorgegangen. Dabei wird unter anderem auch in Anlehnung an folgende Methoden gearbeitet:
Wir verwenden das Psychodrama (nach Gonseth und Moreno)
Hierbei werden verschiedene virtuelle Figuren geschaffen, die verschiedene Identitäten haben und somit den Klienten auf unterschiedliche Art spiegeln können.
•Anwendung der Regeln der Gesprächstherapie nach Rogers

Die 4 grundlegenden Schritte des Internet-StreetWorkings:

1. Minimales Grundvertrauen schaffen
Nach einer unterschiedlich langen Zeit der Beobachtung, wir nennen es Monitoring, wird in der Regel via E-Mail mit dem Klienten Kontakt aufgenommen. Hierbei werden bei Bedarf verschiedene Figuren kreiert – ich werde Ihnen dies später anhand eines Beispieles zeigen - , die auch unterschiedliche Rollen im Dialog mit dem Klienten einnehmen können. Wichtig ist, dass der Klient in seiner Integrität grundsätzlich ernst genommen wird.

2. Konfrontation mit der Aussage
In dieser Phase wird der Klient mit seinen eigenen Aussagen konfrontiert. Es wird ihm z.B. die Frage gestellt, warum er sich auf diese z.B. diskriminierende Art äussert. Dabei geht es vor allem darum, die eigentliche Geschichte des Klienten und seine psychosozialen Motive hinter seinen Aktivitäten zu suchen, zu finden und zu verstehen. Der Klient erlebt einen inhaltlich kritischen Dialog, in welchem er – wenn alles klappt – für ihn selbst wahrnehmbar, immer besser verstanden wird.
Es entsteht eine sog. win – win Situation.

3. Versuch, den Klienten zu befähigen, seine Konflikte gewaltfrei (straffrei) und mit demokratischen Mitteln zu lösen
Es wird dem Klienten aufgezeigt, wie er seine Konflikte auf andere Art und Weise lösen kann, als er es bisher versucht hat. Dabei wird dem Klienten vorgeschlagen und aufgezeigt, an welche Behörden (z.B IV, Polizei, Schulbehörden, psychosoziale Institutionen etc.) und unter Umständen an welche Bezugspersonen er sich wenden kann, damit ihm diese beistehen können.

4. Übergabe des Klienten an ein soziales Umfeld, dass die Klienten weiter betreut
Internet-StreetWorking will und kann die Klienten oftmals nicht bis zum positiven Abschluss ihrer Probleme betreuen. Daher wird versucht, den Klienten in die Hände eines kompetenten sozialen Umfeldes zu geben. So ist es im Laufe des Dialogs mit dem Klienten immer möglich, persönliche Kontakte zum sozialen Umfeld des Klienten zu schaffen (Eltern, Behörden, Schule, Lehrmeister etc.), die eine derartige Übergabe ermöglicht. Während der Arbeit kann es auch zu persönlichen Kontakten mit dem Klienten oder Menschen aus seinem Umfeld kommen.


Die Umfeldarbeit des Internet-StreetWorkings

Beratung von Institutionen
Durch seine Kernkompetenz wird Internet-StreetWorking immer wieder damit konfrontiert, dass sich Institutionen an Internet-StreetWorking wenden, um Beratung im Umgang mit politisch radikalen Jugendlichen einzuholen. Bei den Institutionen melden sich von kantonalen Polizeien über Firmen, Schulen bis hin zu religiösen Gemeinden.

Beratung von betroffenen Einzelpersonen
Im Rahmen der Betreuung von Klienten wird Internet-StreetWorking auch als Berater von betroffenen Personen aus dem persönlichen Umfeld der Klienten (Lehrer, Eltern, Lehrmeister, etc.) tätig.

Öffentlichkeitsarbeit
Bei der Öffentlichkeitsarbeit hat sich Internet-Street-Working zum Ziel gesetzt, das Verständnis für die Unterscheidung in symptomatische und programmatische extremistische Jugendliche zu fördern. Die Möglichkeit zwischen diesen beiden Kriterien zu unterscheiden, führt zu differenzierten Strategien. Diese Differenzierung wirkt z.B. einer politischen Polarisierung entgegen. Es wird dabei mit Journalisten, Politikern, Providern, etc. zusammengearbeitet.

Wissenschaftliche Arbeit
Internet-StreetWorking ist Partner und Resource Person des interdisziplinären Forschungsprojektes VIOLNCE Jugend und Gewalt im Zusammenhang mit sozioökologischen Strukturen der Universität Basel sowie dem Nationalen Forschungsprojekt NFP40+.

Ein Beispiel aus der Arbeit mit einem ISW Klienten

Der Versuch das Unmögliche zu versuchen
Beim folgenden Beispiel handelt es sich um keinen symptomatischen Skinhead. Wir begegneten einem rechtsextremen Jugendlichen, der bereits begonnen hatte politische Verantwortung zu übernehmen. Nachdem wir bereits mit verschiedenen KlientInnen Erfahrungen gesammelt hatten, wollten wir sehen, ob und wie unser Internet-Streetworking auch bei einem programmatischen Jugendlichen wirken könnte.

Wir entschieden uns PT zu beobachten, der Mitglied der Freiheits-Partei ist, einer kleinen schweizerischen Rechts-Aussen-Partei. PT äusserte sich auf seiner Homepage im Zusammenhang mit der damals aktuellen Debatte um die Aufhebung des Schächtverbot immer wieder antisemitisch. Er kolportierte in aggressiver Weise tradierte vereinfachende, fremdenfeindliche politische Slogans, die dahin mündeten, dass die „Überfremdung“ der Schweiz die Ursache der meisten gegenwärtigen politischen Probleme sei.
Weiter konnten wir eine Vernetzung von PT in die rechtsextreme Neonazis-Szene sowie zum mehrfach verurteilten Antisemiten und militanten Tierschützer Erwin Kessler feststellen.
Die Möglichkeit mit dem ISW bei PT Gehör zu finden schien uns sehr, sehr klein.

Wir lernten PT mit folgenden Äusserungen im Internet kennen:
- „Wer das Schweizer Volk ständig mit dem Holocaust konfrontiert, ist MIT verantwortlich [für den Antisemitismus“
- „Juden und Moslems gehören aber nicht zur Vorkultur der heutigen Schweiz, weshalb ich auch voll und ganz gegen Sonderrechte für diese Kulturen bin!“
- „Slawen haben eine völlig andere Mentalität - eine Arroganz, die andere aus Prinzip nicht toleriert“
- „Ein Hund, der einen Menschen angreift und beisst, wird eingeschläfert, weil das Risiko, dass er es wieder tun wird, zu gross ist. Hier ziehe ich eine Parallele zu den Sexualstraftätern - wer einmal eine Frau vergewaltigt hat, wird es bei der nächsten Gelegenheit wieder versuchen!"

Wir eröffneten mit einer Figur genannt „Schneider“ mit folgendem Eintrag in seinem Gästebuch den Dialog:

Schneider an PT:
bitte diesen beitrag unbedingt und schnell löschen. er ist gefährlich, denn hier könnte geschrieben sein, dass sie womöglich ein xenophobisches problem haben ...?
schneider

Wir wählten bewusst als Ort für den Beginn des Dialogs das öffentliche Gästebuch seiner Homepage womit wir von Anfang an sicher stellen wollten, dass PT Verantwortung für seine antisemitischen Äusserungen übernähme, denn eine rassistische, gegen das Diskriminierungsgesetz verstossende Äusserung in der Öffentlichkeit nach Art.261bis StGB kann eine Verurteilung zur Folge haben.

PT reagierte erst verärgert und überrascht, dann aber zunehmend interessiert und offen, denn mit der Zunahme der Dialogfrequenzen erlebte er, dass Schneider zwar zuerst etwas unfreundlich und ruppig war, aber echtes Interesse an ihm zeigte. Und so lernten wir PT Schritt für Schritt kennen.

PT arbeitet als Kaufmann in einem grossen Konzern der Maschinenindustrie. Er erzählte uns, dass sein Vater, ein Opfer des Stalinismus sei und keine Anerkennung als Opfer erhalten hatte, womit er aber problemlos zurecht komme. Er bemängelte, dass an den Schweizer Schulen der Stalinismus im Geschichtsunterricht nicht behandelt würde, denn dies würde sicherlich, , der aktuellen Politik der Sozialdemokraten, die er übrigens „Sozialisten“ nennt – politisch schaden. PT sieht sich im eigenen Land von Stalinisten regiert und kämpft auf diese Weise um eine nachträgliche Opferanerkennung und Rehabilitierung seines Vaters. Man kann hier von einem transgenerationalen Konflikt sprechen, einem Konflikt, der auf die 2. Generation übertragen wird; ein Phänomen, das auch wir, die Kinder der Überlebenden der Shoah, kennen.

Erinnern wir uns kurz an PT’s oben zitierten antisemitischen Satz: „Wer das Schweizer Volk ständig mit dem Holocaust konfrontiert, ist MIT-verantwortlich für den Antisemitismus“.
Jetzt wird mit dem Wissen über PT’s Geschichte deutlich, warum PT mit Juden ein Problem hat. PT mag Juden nicht, ganz grundsätzlich mag er sie nicht, ja, er will sie sogar politisch bekämpfen – am effektivsten, in dem das Schächten – ein zentraler religiöser Vorgang – weiterhin verboten bleiben soll. PT moniert, dass Juden mit dem Recht auf Schächten eine „Sonderbehandlung“ beanspruchen. Und er ist der Meinung, dass das Problem nur mit Anpassung an die Mehrheit und Kultur der Schweiz zu lösen sei.

Warum aber mag PT Juden nicht? Was ist es , was ihn so wütend macht, dass er sich öffentlich dafür exponiert und sogar das Risiko eingeht, öffentlich als „Scharnier im Brachland zwischen Rechtsaussen, Rechtsextremismus und Antisemitismus“ (Tagesanzeiger vom 21. Februar 2002) bezeichnet zu werden?

PT ist Opfer der vielleicht verständlichen Schmerz- und Leidens-Verdrängung seines Vaters, der erklärte, er sei mit seinen erlittenen Erfahrungen während des Stalinismus problemlos zurecht gekommen. PT mag Juden nicht, da diese für die Shoah eine Opferanerkennung erhielten aber sein Vater, als Opfer Stalins, nicht. PT sieht eine Opferrivalität zwischen Juden und den Opfer des Stalinismus. Damit werden die Juden in seinen Augen zu Tätern, denn alles steht in deren „Opfer-Schatten“.
Zusätzlich übernimmt er in einer, psychologisch gesehen, ungesunden Art, Verantwortung für seinen Vater , in dem er eine regelrechte Rollenumkehrung begeht: Er agiert als Vater für seinen Vater und macht diesen in diesem Konflikt zu seinem Sohn.


Unser Ziel war also, PT auf einer Meta-Ebene Verständnis für seine eigene Opferrolle zu zeigen, denn als „Vater“ seines Vaters hat er diesen gleichzeitig verloren. Ebenso wichtig war es, ihm bezüglich seines Vaters, indirekt seine Leiden als Opfer anzuerkennen und ihm – und das ist sehr wichtig – dennoch in der realen Auseinandersetzung zu begegnen und darin die Grenzen seines Verhaltens deutlich zu zeigen.

Wir entschlossen uns zu einem sehr komplexen Vorgang und luden PT zu einem Besuch bei einem Rabbiner ein, der selbst Tierarzt war. Pt erklärte sich damit einverstanden und schlug als Termin – in Unkenntnis über die jüdische Religion– einen der folgenden Samstage vor.

Schneider antwortete:
..... aber Herr PT
An einem Samstag können wir doch vom Rabbiner keinen Termin bekommen!

Jetzt begann PT noch aggressiver und polemischer zu schreiben, so dass wir fürchten mussten, das Treffen könnte nicht zu Stande kommen. Stellenweise schien der Dialog gar abzubrechen. Wir mussten eine neue Figur in den Dialog einbringen, eine Figur die vermittelnd und die Gemüter beruhigend, operieren konnte.
Wir erfanden Frau Monika Bächtold. Auch sie äusserte sich im Gästebuch. Sie schrieb, um die Fortsetzung des Dialogs bemüht, an beide. Hier ein Beispiel:


Ich beobachte den Dialog der Herren PT und Schneider seit einigen Tagen und gratuliere beiden Diskutanten zu ihrer Sachlichkeit und Geduld im Ringen um Verständigung und Verständnis (Ich habe schon anderes erlebt!). Der interreligiöse Dialog ist aus meiner christlichen Sicht Basis für eine friedliche Existenz beider Kulturen. Machen Sie weiter so!
Hochachtungsvoll
Monika Bächtold

Es gelang uns auf diese Weise den Dialog aufrecht zu erhalten, so dass der Termin beim Rabbiner mit PT eingehalten werden konnte. Der Rabbiner wurde von mir darüber informiert, dass der Herr Schneider, der PT zum vereinbarten Termin begleiten würde – in Wirklichkeit nicht so hiesse und ein ISW-Mitarbeiter sei.

Der Rabbiner wusste, dass PT rechtextreme Positionen vertrat und offen gegen die Aufhebung des Schächtverbotes eintrat . Wir baten den Rabbiner mit PT keine Diskussionen zu führen, sondern ihm nur Fragen zu beantworten. Das Gespräch dauerte etwa eine Stunde. Nach dem Gespräch verschwand Schneider so schnell, wie er gekommen war. PT wusste zu keinem Zeitpunkt über die Verbindungen von ISW und Schneider.
Die Folge des Besuchs war, dass PT noch aggressiver sich in die Schächtdebatte einschaltete, den Rabbiner öffentlich beleidigte und neu Norman Finkelstein als Kronzeuge für seine abstrusen und revisionistischen Ansichten und Quervergleiche Stalinismus/Holocaust zu verwenden begann.

PT schrieb:
Die schweizerischen Rechtsextremen verhalten sich
grösstenteils ruhig, so dass man sie nicht als Verbrecher bezeichnen darf.
Und auch Herr Jürgen Graf ist nicht gewalttätig - Graf ist ein international bekannter und in der Schweiz verurteilter Holocaustleugner -, sondern hat eine Version des
Holocausts an den Tag gebracht, die durchaus auch in Frage käme. Weil aber die
jüdischen Organisationen Angst haben, dass ihre Veröffentlichungen Fehler haben
könnte, schrecken sie vor nichts zurück und verfolgen die "Revisionisten".
Auf eine ganz sachliche und klare Frage habe ich eine sehr
unbefriedigende Antwort erhalten, was darauf schliessen lässt, dass Herr Norman
Finkelstein mit seinem Buch wohl recht haben könnte!
Es wundert mich nun auch nicht, dass Sie keinerlei Respekt vor Norman Finkelstein haben. Wäre er kein Jude, würden Sie ihn als Antisemiten bezeichnen.

Mein Problem liegt darin, dass ich nicht einmal mehr sagen darf „Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein“ – nicht mit dieser Vergangenheit. Sagt aber ein Amerikaner dasselbe, so stört das niemanden – trotz ihren geführten Kriegen und der fast vollständigen Ausrottung der Indianer. Sehen Sie hier denn keine Ungerechtigkeit? Ausserdem ist man der Annahme, dass der Nationalsozialismus ein antijüdisches System ist. Gleichzeitig toleriert man aber Kommunisten in unserem Land und sogar in unserer Regierung. Das Volk wird über die kommunistischen Gulags nicht informiert – das wäre eine zu grosse Gefährdung für die roten Parteien in der Schweiz.

Die zunehmend aggressive Haltung PT veranlasste uns zu einem weiteren Schritt:
Wir wussten, dass PT die Absicht hatte, bei den nächsten Wahlen für den Nationalrat zu kandidieren. Also entschlossen wir uns, eine Homepage mit all seinen Zitaten wie z.B. dieses „Slawen haben eine völlig andere Mentalität - eine Arroganz, die andere aus Prinzip nicht toleriert“ zu erstellen. Wir führten zu diesem Zweck eine weitere Figur mit dem Namen „Tecumseh“ ein .
Gleichzeitig begannen wir PT auf der Internetseite der AKdH, in der Rubrik extremistische Politik, zu listen.

Aber wer ist die historische Figur Tecumseh:
Tecumseh, ein sehr bekannter Indianerhäuptling, wurde im Jahre 1768 im Dorf Old Piqua am Mad River geboren. Als junger Mann beteiligte er sich an einer Schlacht gegen 1400 Soldaten, die unter der Führung von General Arthur St. Clair in das Ohio-Tal vorgedrungen waren. Der damalige Häuptling Little Turtle zeigte ihm, wie man mit einer Allianz, bestehend aus verschiedenen Stämmen, auch eine solche Macht wie die US-Armee besiegen kann. Neunhundert US-Soldaten mussten bei dieser Schlacht ihr Leben lassen. Seit diesem Tag war Tecumseh davon überzeugt, das man den weissen Eindringlingen nur durch die Vereinigung mehrerer Stämme entgegentreten kann.
Unser Tecumseh fungiert aber als Autor und Webmaster des Spiegelbildes von PT aber auch als ein Gegenüber der viele Ideale PT’s teil. In der Signatur der Mails die Tecumseh schrieb stand immer: Solange der Adler jagt und fliegt, lebt diese Welt. Friede sei mit Dir.

Tecumseh schrieb an PT:
Hallo PT
Ich sag mal Du zu Dir
Der Herr Schneider liess mich wissen, du hättest keine Freude an meiner neuen Seite (er hat mir auch die ganze Post von Euch geschickt; wirklich mega viel!)? Ich habe Euer Gespräch lange mit gelesen, aber jetzt ist mir der Zapfen ab. PT Auf meiner Seite werde ich Dir kompromisslos einen Spiegel vorhalten, damit Du siehst was Du tust, wie Du Leute beleidigst, wie Du hetzt oder gewisse Kriminelle z.B. so wie Hunde einschläfern möchtest.
Weisst Du, bis bei mir der Zapfen abhaut geht es lang -aber jez isch gnue heu dunä!
Solange der Adler jagt und fliegt, lebt diese Welt.
Friede sei mit Dir.
Tecumseh
PT an Tecumseh:
Hallo Tecumseh
Deine Homepage macht den Besuchern anschaulich, wie intolerant einige Linke gegenüber anderen Meinungen sein können.
Trotz deiner aufwendigen Arbeit muss ich dir eines sagen: Meine Homepage-Besucher können selbst lesen - sie brauchen keine Zusatzseite, die Aussagen verdreht und eine "Verbrecherkartei" erstellt. Es ist schon fast lächerlich, was du mir unterstellst. Vielleicht solltest du meine Texte besser nochmals lesen oder erklären lassen.
Tecumseh an PT
Hallo PT
Wie ich schon sagte: jetz esch gnueg Heu dunde!
Du hast die Grenzen des Anstandes gesprengt!
Es liegt jetzt ganz an Dir, was ich auf meiner Seite noch über Dich publizieren werde.
Sicher ist: Ich werde Dir schonungslos einen Spiegel vorhalten.
Merke Dir:
Tecumseh ist weder ein Linker noch ein Rechter. Tecumseh ist jener, der Dich spiegelt und jener, der sich nicht vor Dir und Deiner Wut fürchtet.
Tecumseh tritt Dir entgegen!
Tecumseh ist jener, der Deine Herbwürdigungen und Hetzereien gegen AusländerInnen, ImmigrantInnen, Juden und Jüdinnen aber auch Deine Herabwürdigungen gegenüber straffällig gewordenen Menschen öffentlich anprangert und verurteilt.
Tecumseh fand strafrechtlich verfolgbare Äusserungen von Dir im Internet. Er erwägt eine Strafanzeige gegen Dich.
Hey PT.: So geht es nicht!
PT denk nach!
Tecumseh

Gleichzeitig spiegelte Schneider PT wie verletzend seine Äusserungen empfunden werden können.

Sehr geehrter Herr PT
Ich möchte es noch einmal sagen: Ihre Wortwahl hat mich sehr verletzt. Dass Sie jetzt auch noch sagen, dass das Wort "Sonderbehandlung" unterdessen eine andere Bedeutung erhalten“ hat, ist schockierend. Sie scheinen tatsächlich die Wirkung der Vergangenheit völlig auszublenden und dann erst noch – und das ist der Gipfel der Frechheit – uns Juden die Schuld am Rechtsextremismus zu geben. Das ist die typische Argumentation von Antisemiten.

Ich bat Sie lediglich um etwas mehr Feinfühligkeit und Bewusstsein im Ungang mit mir, einem Menschen dem die Geschichte und die Auswirkungen des Krieges und des Holocausts in den Knochen steckt, ganz so wie bei Ihrem Vater (dessen Leid ich voll und ganz anerkenne!!). Dass sich diese Traumata über Generationen vererben ist längst wissenschaftliche Tagesrealität.

Ich bin über Sie ernorm verärgert, hoffe aber dennoch auf weiteren Dialog.
Schneider

An dieser Stelle schaltete sich Monika Bächtold wieder ein:

Sehr geehrter Herr PT

Verzeihen Sie bitte, dass ich mich erneut unaufgefordert äussere! Aber ich sehe es als meine Pflicht an, mich an diesem eigentlich ja beispielhaften Dialog unterstützend zu beteiligen und einen bescheidenen Beitrag zu dessen Gelingen zu leisten.
Denn ich mache mir grosse Sorgen um den Dialog zwischen Ihnen und Herrn Schneider. Verstehen Sie bitte: hier geht es um einen Dialog zwischen einem Juden und Ihnen – das sehe ich auch symbolisch.

Als Christin kann, ja m u s s ich sagen, dass es keine Religion gibt, die in ihrer Geschichte einen vergleichbaren eliminatorischen Rassismus verschuldet wie die christliche.
Daher ist es unsere moralische Pflicht, wenn jemand in diesem Zusammenhang „Au!“ sagt (und Herr Schneider tut dies sehr deutlich) seine Verletzung auch anzuerkennen (anscheinend ist auch Ihr Vater Opfer des Krieges), auch wenn es uns nicht auf den ersten Blick verständlich erscheint.

NÄCHSTENLIEBE bedeutet das Gegenüber als eigene, integre Identität zu anerkennen. (Verstehen Sie mich?)
Ich meine, dass Herr Schneider dies Ihnen gegenüber mit allem Respekt tut!
Ich habe noch auf keiner Webseite im Internet einen Dialog zwischen einem Juden und einem „Rechten“ gesehen. Sie können stolz auf Ihr Gästebuch sein! Wirklich!

Bitte tragen Sie Sorge zu diesem „Keimling“.

Mit freundlichen Grüssen

Monika Bächtold


Schneider versucht die Debatte weiter zu entwickeln:
Hallo Herr PT
Ich würde gerne den Dialog mit Ihnen weiter führen und wüsste sehr gerne warum Sie die Juden so sehr, sagen wir mal, - nicht mögen? Warum reden Sie in diesem despektierlichen Ton und sagen z.B. der "Jude Schneider"? Was stört Sie daran, dass Schneider Jude ist?

Stört es Sie vielleicht, dass Juden anerkannte Opfer des Nationalsozialismus sind, die Generation Ihres Vaters aber nicht (was ich sehr schlimm und ungerecht finde, denn gerade die Kinder des „Nationalsozialismus“ sind jene die am allermeisten um ihre Kindheit betrogen wurden. In der Nachkriegszeit hatten diese Kinder keinen Platz für ihre Trauer, ihre Wut und ihre berechtigten Vorwürfe an die Nazis, denn das politische und gesellschaftliche Klima war durch Verdrängung und Verleugnung bestimmt).

mfg
Schneider,

PT Antwortet mit Eskalation und eröffnet auf seiner Homepage ein Seite mit dem Titel „Schneiders Erpressungen“ während dem Tecumseh mit PT über Bedingungen die zur Löschung der Seite führen würden verhandelt.
PT beklagt sich bei Schneider über Tecumseh. Schneider verspricht PT sich bei Tecumse dafür einzusetzen, dass die Seite, die Tecumseh über PT erstellt hat, wieder gelöscht würde. Schneider verlangt von PT, dass dieser den Dialog wieder sachlich und ohne antisemitische Äusserungen weiter führt.
PT entfernt auf seiner Homepage die Seite mit dem Titel „Schneiders Erpressungen“. Tecumseh zieht nach und löscht seine Seite über PT. PT wird still und äussert sich in seinem Gästebuch auch gegenüber anderen Besucher noch kaum.

Ca. 3 Wochen nach dem letzten Mailaustausch zwischen PT und Schneider meldet sich PT bei der AKdH. Er behauptet irrtümlich bei der AKdH unter der Rubrik „extremistische Politik“ gelistet zu sein. Er sei kein Rechtsextremer, vielmehr ein „Freiheitlicher“.
Über seine Verbindungen zu RechtsextremistInnen schrieb er:

„Diese existieren überhaupt nicht. Diese Links legte ich, als sich diese Parteien noch als patriotisch bezeichneten und mir bestätigten, dass sie keine Neonaziparteien seien. Seit ich weiss, dass es sich doch um solche handelt, habe ich die Links entfernt!
Ich bitte Sie, diese Rubrik aus Ihrer Homepage zu entfernen. Ich habe mich
bereit erklärt, mit Ihnen über diese Themen zu sprechen.

Mit freundlichen Grüssen
PT

Jetzt war der Moment gekommen das Internet-Streetworking zu beenden und daraus eine reale Begegnung entstehen zu lassen. Ich rief PT an. PT weiss nicht, dass Schneider und Althof identisch sind. Er soll es nie erfahren. Wir vereinbarten einen Termin, um uns zu einem persönlichen Gespräch zu treffen.

Am 10. Oktober, genau 10 Monate nach unserem ersten Kontakt, treffe ich PT in einem Restaurant in einer grösseren Schweizer Stadt. Wir führen ein Gespräch, das ca. 2Stunden dauert. PT ist aufgeregt und erstaunt darüber bei der AKdH einen Gesprächspartner gefunden zu haben, der ihn in seinen Ansichten ernst nimmt und auch bei unterschiedlichen Meinung nicht ausgrenzt.

Wieder anerkenne ich die Opferrolle seines Vaters und gebe ihm mit einem Hinweis auf meine persönliche Geschichte zu verstehen, dass ich seine Belastung gut nachvollziehen kann. PT äussert sich in keiner Weise antisemitisch. Ich erkenne bei PT eine argumentative Unsicherheit, wenn er sich zum Thema Ausländer und Integration äussern will. Es wird sichtbar, wie sich PT weg von vereinfachenden schwarz-weiss Denkmustern hin zum Verstehen von komplexen Zusammenhängen zu bewegen versucht. Im Gespräch wird deutlich fühlbar, dass PT in seinem Vater kaum je einen Gesprächspartner als Vis-à-vis gehabt haben mag. PT wirkt einsam. Es reift der Verdacht, dass PT in der Partei Heimat und im starken Präsidenten der Partei einen Ersatzvater sucht.

Etwa 4 Monate nach diesem Treffen, weder ich und noch Schneider hatten weiteren Kontakt mehr zu PT, hat er seine Webseite radikal verändert. Die Seite ist professionell aufgebaut und freundlich.
Ich konnte keine antisemitischen oder rassistischen Inhalte mehr feststellen. In seinem Gästebuch und auf seiner Homepage diskutiert und schreibt er über Abtreibung, die Antifa, aktuelle Abstimmungen, den Asylmissbrauch – wie er es nennt -, illegale Einwanderung oder den Krieg im Irak.
Anmache Rechtsextremer lässt er unbeantwortet stehen und zeigt damit deutlich seine ablehnende Haltung gegenüber diesen Inhalten.

Das Schächten ist ihm noch immer ein Dorn im Auge. Persönlich äussert er sich darüber aber nicht mehr.
Man kann sagen PT entwickelte sich zu einem Jungpolitiker einer Rechtsaussen-Partei, die gerne populistische Argumentationen verwendet. PT wird seine jugendliche Radikalität auf Grund der komplexen politischen Zusammenhänge – aber auch wegen der Dialogskultur in der Schweizer Politik vermutlich bald ablegen ( Unsere Dialogskultur: man redet miteinander auch wenn man vom gegnerischen politischen Lager ist und sucht nach den berühmten „Helvetischen Kompromiss“ ). Seine Partei hat übrigens seit Jahren bei Wahlen kaum Erfolg.


Ich hoffe, Sie konnten sich anhand dieses Beispiels, ein Bild über eine möglichen ISW-Intervention machen. Der Kontakt zu PT dauerte insgesamt etwa 10 Monate.

An dieser Stelle endet mein Referat. Ich möchte mein Referat mit dem Satz abschliessen, mit welchem ich dieses eingeleitet habe,:

Damit Rechtsextremismusprävention effektiv sein kann muss dieser POLITISCH delegitimiert werden.

 

©Samuel Althof